Checkliste bei einer Dyskalkulie oder Rechenschwäche

  • Die Verbindung zwischen Zahlenbegriff und Menge fehlt.
    Auch bekannte Mengen werden immer wieder nachgezählt.
  • Es wird nicht gerechnet, sondern einzeln dazu gezählt.
    Die Aufgabe 7 + 8 wird gelöst, indem der 7 die 8 in einzelnen Schritten dazugezählt wird. Meistens mit Hilfe der Finger.
  • Das Zählen beginnt immer bei 1
    Eine Menge soll abgezählt werden. Anstatt auf eine bereits gezählte Zahl zurückzugreifen, fängt das Kind immer wieder bei 1 an zu zählen.
  • Rechensymbole werden nicht erkannt oder verwechselt.
    Statt bei der Aufgabe 6 + 2 die beiden Zahlen zu addieren, werden sie multipliziert oder die Aufgabe 8 = 5 + 3 wird nicht verstanden, sie wird als 8 + 5 = 3 geschrieben.
  • Es wird ungewöhnlich viel Zeit für das Rechnen gebraucht.
    Das Kind hat keine Lust, mit den Rechenaufgaben anzufangen, braucht sehr lange, um eine Aufgabe zu lösen und ist wird schnell müde.
  • Trotz intensiven Übens werden keine nennenswerten Fortschritte erzielt.
    Dazu kommt, dass Geübtes schnell vergessen wird.
  • Ziffern werden vertauscht.
    Die Zahl zweiundsechzig (62) wird zwar richtig gesprochen, aber als sechsundzwanzig aufgeschrieben.
  • Schwierigkeiten beim Überschreiten des Zehners und /oder Hunderters.
    Die Aufgabe 5 + 8 kann nur bewältigt werden, indem von der 5 mit Hilfe z.B. der Finger die 8 in einzelnen Schritten dazugezählt wird. Die Ergänzung bis 10 und die anschließende Addition des Rests sind nicht verinnerlicht (5 + 3 + 3).
  • Beim Kopfrechnen können Zwischenergebnisse nicht gespeichert werden.
    Die Aufgabe 6 x 29 kann nicht gelöst werden, da das Zwischenergebnis 6 x 20 = 120 vergessen wird.
  • Große Schwierigkeiten beim Erlernen des Einmaleins.
    Obwohl das Einmaleins intensiv geübt wurde, löst das Kind die Aufgabe 8 x 9, indem es die 9 er Reihe in Gedanken aufzählt und auch häufig die Finger dabei benutzt. In diesem Fall wurde das Einmaleins nicht verstanden, es wurden die einzelnen Reihen nur mechanisch auswendig gelernt.
  • Das Übertragen von gelerntem auf analoge Aufgaben gelingt nicht.
    Die Aufgabe 14 + 5 wird problemlos gerechnet, aber dieses System auf die 44 + 5 zu übertragen klappt nicht.
  • Sinnlose Ergebnisse werden nicht erkannt.
    36 + 18 = 45 ist ein Beispiel für ein sinnloses Ergebnis.
  • Das Zählen oder Rückwärtszählen gelingt nicht oder nur unter Zuhilfenahme der Finger.
  • Das Erlernen der Uhrzeit gelingt nicht oder nur unter großen Schwierigkeiten.
  • Der Umgang mit Geld wird vermieden.
  • Unzureichendes räumliches oder zeitliches Vorstellungsvermögen.
    Das Kind kann häufig mit den Begriffen oben, unten, rechts, links oder zwischen nicht viel anfangen und verwechselt diese häufig. Die Bedeutung ist nicht verinnerlicht. Das zeitliche Vorstellungsvermögen ist nicht altersgerecht.

Auswertung: Dies sind einige Hauptmerkmale, die auf eine Dyskalkulie/Rechenschwäche hinweisen können. Es müssen aber nicht alle Merkmale auftreten. Schon ein einziges kann ein Hinweis auf eine Rechenschwäche sein.
Bitte warten Sie im Sinne ihres Kindes nicht darauf, dass sich die Probleme beim Rechnen auswachsen. Sie tun es nicht!
Hier ist dringend professionelle pädagogische Hilfe angeraten. Gerne nehmen wir uns die Zeit, sie ausführlich über die Möglichkeiten eines spezialisierten Trainings zu beraten.